Walter Benjamin

Walter Benjamin (1896 – 1940) ist eine Schlüsselfigur für ein Denken, das sprach- und geschichtstheoretische, religions- und mediengeschichtliche Perspektiven mit erkenntniskritischen Fragen verbindet. Bekannt für sein Denken in Bildern und seine Kritik am Fortschrittskonzept der Moderne, inspirieren seine Ideen, Schriften und Denkfiguren – allen voran das dialektische Bild vom „Engel der Geschichte“ – bis heute Intellektuelle, Studenten und Künstler aller Genres rund um den Globus.

Als promovierter Literaturwissenschaftler hat er eine Methode der ‚Lesbarkeit‘ vielfältiger kultureller Phänomene entwickelt: von literarischen Texten (Goethe, Hölderlin, das Trauerspiel, Baudelaire, Kafka, Kraus,) über Fotografie und Film, Fragen der Übersetzung, Erinnerung und Erfahrung sowie eine Kritik der Gewalt, bis zum „Passagen“-Projekt, in dem Architektur, Mode und der Habitus der Bewohner von Paris im 19. Jh. das Paradigma einer „Urgeschichte der Moderne“ darstellen. ‚Lesbarkeit‘ wird darin bestimmt durch den ‚historischen Index‘ jeder Betrachtung und das Verfahren ‚rettender Kritik‘, das ist die ‚Erkennbarkeit‘ kulturgeschichtlicher Phänomene im Moment ihres historischen Verschwindens oder ihres Verlustes durch das Exil.

Da Benjamin sich sowohl mit der jüdischen Tradition, insbesondere der Idee des Messianismus, als auch mit dem Kommunismus und der Frage der Revolution auseinandergesetzt hat, hat der Schulstreit zwischen ‚theologischer’ und ‚marxistischer‘ Lektüre seine Rezeption lange verstellt. Doch ist Benjamins Denken weder theologische noch säkular; vielmehr geht seine Sprach- und Geschichtstheorie von der Zäsur zwischen der Welt der ‚Schöpfung‘ und jener der ‚Geschichte‘ aus. Er betont die fundamentale Differenz zwischen Ideen einer ‚göttlichen Ordnung‘ und den Begriffen der profanen Welt, um die Art und Weise zu untersuchen, wie z.B. die. ‚göttlicher Gerechtigkeit‘, die Geschichte des Rechts oder wie die messianische Idee der Erlösung die Glückssuche in der irdischen Welt prägen.

Die Aktualität Benjamins liegt in einer Erkenntnisweise, die die Grenzen jeder Disziplin überschreitet und weder auf hermeneutische Sinnstiftung noch politische Programmatik aus ist. Sein Verfahren einer immer neuen Betrachtung von Phänomenen; Fragen und Ideen in verändertem Licht und in kulturgeschichtlichen Konstellationen bildet einen produktiven Ausgangspunkt für kulturwissenschaftliche Arbeiten heute, die sich für die Spannungsverhältnisse von Geschichte, Sprache und Bild sensibilisiert.

Sigrid Weigel Sigrid Weigel

The Flash of Knowledge and the Temporality of Images. Benjamin’s Image-Based Epistemology and its Preconditions in Visual Arts and Media History

In the field with which we are concerned, knowledge comes only in lightening flash, the text is the long roll of thunder. (Passages, N1,1)

pdf of the article in: Critical Inquiry 41 (Winter 2015):

pdf de “L’éclair de la connaissance et le temps de l’image”, in: Walter Benjamin. europe, revue littéraire mensuelle. Nr. 1008, Avril 2013:

El rélampago del conocer: pintura y fotografia como palimpsesto del pensamiento benjamíniano de las imágenes, in: Papelmaqina 17, Octubre 2022, 79-118.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Benjamins Capri-Aufenthalt 1924 als Wendepunkt

Die Begegnung mit der süditalienischen Kultur und die Entdeckung der Gegenwärtigkeit eines mythischen Volksglaubens und paganer Religiosität im katholischen Italien, hat deutliche Spuren in Benjamins nachfolgendem Schriften hinterlassen: die Hinwendung zum aphoristischen Formen und die Genese seiner Schwellenkunde. Unmittelbare Früchte sind nicht nur seine Denkbilder, z.B. zu Neapel, und die Einbahnstraße, sondern auch die religionsgeschichtliche Perspektive im Allegorie-Kapitel des Trauerspiel-Buches, das er unmittelbar nach Rückkehr nach Berlin verfasst hat.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Vortrag bei der Benjamin Woche: “Denken heißt Segel setzen”

Das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Barcelona führt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut 
Barcelona (GI), dem Walter-Benjamin-Lehrstuhl an der Universität Girona (UdG) und dem DAAD-Lektorat an der Universität
 Barcelona (UB) das Projekt „Denken heißt Segel setzen – Migration und Exil“ durch. Ausgehend von Walter Benjamins 
persönlichem Schicksal befasst sich das Programm mit Themen wie Flucht und Migration in Vergangenheit und Gegenwart. 
Das Programm besteht aus Vorträgen und Aktivitäten in Marseille, Barcelona, Girona und Portbou. 
Am Mittwoch wird Naika Foroutan (BIM) auf einem der Podien sein.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Walter Benjamin: Images, the Creaturely, and the Holy

Arguing that the importance of painting and other visual art for Benjamin's epistemology has yet to be appreciated, Weigel undertakes the first systematic analysis of their significance to his thought. She does so by exploring Benjamin's dialectics of secularization, an approach that allows Benjamin to explore the simultaneous distance from and orientation towards revelation and to deal with the difference and tensions between religious and profane ideas. In the process, Weigel identifies the double reference of 'life' to both nature and to a 'supernatural' sphere as a guiding concept of Benjamin's writings. Sensitive to the notorious difficulty of translating his language, she underscores just how much is lost in translation, particularly with regard to religious connotations.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Walter Benjamin. La créature, le sacré et les images

Dans ce livre Sigrid Weigel nous présente l’analyse détaillée de certains aspects fondamentaux de la production de Walter Benjamin. Organisé en un avant-propos suivi par 10 chapitres divisés en trois grandes parties, le livre aborde une série de questions qui vont du rapport entre le sacré et la création, à l’interprétation de textes de Goethe, Brecht et Kafka, jusqu’à la théorie de l’art, des images et des médias.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Benjamin-Studien 3

Die im zweijährigen Rhythmus erscheinenden Benjamin-Studien dokumentieren den internationalen Stand der Forschung zum Schreiben und Denken Walter Benjamins und zur aktuellen Relevanz seines Werkes.
Trotz intensiver Diskussionen der letzten Jahrzehnte ist das Potenzial von Benjamins Denk- und Arbeitsweise nicht erschöpft. 

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Walter Benjamin. La creatura, il sacro, le immagini

Non pochi concetti cardinali del pensiero europeo – fra cui quelli di vita, di uomo e di giustizia – discendono dalla tradizione biblica. Il riconoscimento di questo dato di fatto culturale da parte di Walter Benjamin è il cuore del presente libro, nel quale Sigrid Weigel indaga in modo esaustivo soprattutto le conseguenze che tale profonda convinzione ha avuto sulla formazione del pensiero benjaminiano e sul suo specifico declinarsi nei diversi piani della teologia, della letteratura e dell’estetica, fino alla cruciale dimensione teorica della traduzione.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Benjamin-Studien 2

Walter Benjamins Texte haben ein erstaunliches Nachleben. Ist das ›Werk‹ Benjamins in hohem Maße eine postume Konstruktion, so hat der Autor lange Zeit seine Leser in Bann gezogen wie kaum ein anderer. Die Geschichte dieser verspäteten Faszination, der Anziehung ebenso wie der Abwehr, ist noch zu schreiben. Auch heute, nachdem die heftigen Deutungskämpfe um sein Werk sich gelegt haben, sind seine Texte aktuell geblieben, gerade weil sie sich den geläufigen politischen und theoretischen Alternativen entziehen.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Benjamin-Studien 1

Die Benjamin-Studien sind ein internationales Forum für die Auseinandersetzung mit den Schriften und dem Denken Walter Benjamins. Das Potential von Benjamins Denk- und Arbeitsweise ist längst nicht erschöpft, die Komplexität seiner Schriften in vielen Teilen und Aspekten längst nicht erschlossen.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Walter Benjamin. Die Kreatur, das Heilige, die Bilder

Unhintergehbare Differenzen wie die zwischen Recht und Gerechtigkeit, Klage und Anklage, Kreatur und Gesetz, Schöpfung und Weltgericht erhellen sich bei Benjamin aus der gleichzeitigen Entfernung von und Orientierung an Begriffen der Offenbarung. Daraus wird auch die Nähe seines Bilddenkens, Grundlage seiner Kunst-, Medien- und Kulturtheorie, zu Aby Warburgs Figur des ›Nachlebens‹ plausibel.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Cuerpo, Imagen y Espacio en Walter Benjamin. Una Relectura.

Una relectura La autora discute las apropiaciones que la escuela de Franckfurt ha hecho del pensamiento de Benjamin. los modos de escribir y de pensar de este filósofo, señala, no pueden disociarse del dominio de la imagen y precisamente en ellos reside su actualidad. La propuesta de Weigel se fundamenta en una relectura de Freud y de los paradigmas culturales de la diferencia sexual y la memoria cultural. También a la luz de las teorías de Foucault y Julia Kristeva, los textos benjaminianos adquieren una nueva legibilidad.

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Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Entstellte Ähnlichkeit: Walter Benjamins theoretischer Stil: Walter Benjamins theoretische Schreibweise

Der Titel des Buches betrifft eine Formulierung Benjamins, die im Schatten seines bekannteren Konzepts der ‚unsinnlichen Ähnlichkeit‘ steht. Die Entstellung referiert zum einen auf die Psychoanalyse, deren Konzepte im Zusammenhang der Umwälzung von Benjamins „Gedanken- und Bildermasse“ in den 1930erJahren und der gedächtnistheoretischen Reformulierung seiner Sprach- und Geschichtstheorie deutlich hervortreten. Zum anderen beschreibt die Entstellung die Verfaßtheit der historischen Welt in der Differenz zur Erlösung.

Der Band präsentiert eine Relektüre des ‘Engels der Geschichte’, dessen Figur aus dem Gegensatz zwischen dem Motto aus Scholems Gedicht und dem ‘Angelus Novus’ von Paul Klee als ein dialektisches Bild hervortritt.

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Christian Schön Christian Schön

Body- and Image Space. Re-Reading Walter Benjamin.

The last decade has seen renewed interest among philosophers and theorists in the writings of Walter Benjamin. In Body-and Image-Space Sigrid Weigel, one of Germany’s leading feminist theorists and a renowned commentator on the work of Walter Benjamin, argues that the reception of his work has so far overlooked a crucial aspect of his thought —his use of images. Weigel argues that it is precisely his practice of thinking in images that holds the key to understanding the full complexity and topicality of Benjamin’s theory.

The text of the book can be fully accessed here. (PDF)

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