Benjamin-Studien 2
Herausgegeben von Daniel Weidner und Sigrid Weigel
München: Wilhelm Fink 2011.
Walter Benjamins Texte haben ein erstaunliches Nachleben. Ist das ›Werk‹ Benjamins in hohem Maße eine postume Konstruktion, so hat der Autor lange Zeit seine Leser in Bann gezogen wie kaum ein anderer. Die Geschichte dieser verspäteten Faszination, der Anziehung ebenso wie der Abwehr, ist noch zu schreiben. Auch heute, nachdem die heftigen Deutungskämpfe um sein Werk sich gelegt haben, sind seine Texte aktuell geblieben, gerade weil sie sich den geläufigen politischen und theoretischen Alternativen entziehen. Benjamins Arbeit an solchen Alternativen ist daher auch für gegenwärtige Problemstellungen von Interesse, umgekehrt können und müssen Benjamins Schriften immer wieder aus der Gegenwart heraus der Probe auf ihre Les barkeit unterzogen werden.
Die Benjamin-Studien verstehen sich als internationales und interdisziplinäres Forum für philologische oder theoretische Untersuchungen zu Benjamin ebenso wie für Versuche, Benjamins Denken für Analysen von Geschichte und Gegenwart fruchtbar zu machen.
Volltexte auf dem Publikationsserver CompaRe:
Editorial
Daniel Weidner, Sigrid WeigelDie Photographien »zu ihrem Rechte kommen lassen«: zu Roland Barthes’ Rezeption von Benjamins »Kleiner Geschichte der Photographie«
Kathrin YacavoneDouble Take. Palimpsestic Writing and Image-Character in Benjamin’s Late Prose
Michael W. JenningsDie Bestimmung der Aufnahme. Licht und Graphie bei Walter Benjamin
Philipp EkardtDas Buchstabieren Benjamins
Arno DusiniZur Desorientierung im Manuskript der Vorrede zu Benjamins Trauerspielbuch
Malte Kleinwort›Ad hominem‹. Karl Barths und Walter Benjamins performative Sprachprophetie
Dominik FinkeldeEntweder/Und, Wiederkunft/Erlösung
Birte LöschenkohlBenjamin’s Nihilism. Rhythm and Political Stasis
Nitzan LebovicFort-, Über-, Nachleben. Zu einer Denkfigur bei Benjamin
Daniel WeidnerFür ein Ethos des ›destruktiven Charakters‹ im Ausgang von Walter Benjamin
Maria Teresa CostaWalter Benjamin: the Angel of Victory and the Angel of History
José M. González GarcíaZwischen emanzipatorischem Appell und melancholischem Verstummen. Walter Benjamins Jugendschriften
Johannes SteizingerZwei Poetiken der Diskontinuität. Valérys ›Rhumbs‹ und Benjamins ›Einbahnstraße‹
Werner HelmichZeilenwelt. Strukturen der monumentalen Rede bei Walter Benjamin
Justus FetscherBenjamins ›Einbahnstraße‹ im Kontext des zeitgenössischen Aphorismus
Friedemann SpickerPublizität für das Dickicht der Texte. Zur Arbeit an der neuen Benjamin-Ausgabe
Burkhardt LindnerKritische Überlegungen zur neuen Gesamtausgabe der Werke Walter Benjamins
Davide GiuriatoWas ist bei Benjamin »Werk«, was »Nachlass«? Zu den archivarischen Voraussetzungen der ›Kritischen Gesamtausgabe‹
Detlev Schöttker