Topographien der Geschlechter. Kulturgeschichtliche Studien zur Literatur.
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1990
“Auch der Satz ist ein Körper.” Diese Vorstellung von Hans Bellmer entstammt ebenso wie dier Ernst Jüngers Satz “die Städte sind weiblich und nur dem Sieger hold” einem männlichen Schöpfungsmythos. In ihm entwirft sich, wie Walter Benjamin gezeigt hat, der Autor/ Meister als “männlicher Erstgeborener des Werks, das er einstmals empfangen hat”. Der aus diesem Vorgang verdrängte Frauen-Leib – so eine zentrale These des Buches – wird im Text oder Kunstprodukt durch einen symbolisierten Körper oder sexualisiertes Sprachmaterial ersetzt.
Die Stimme der Medusa. Schreibweisen in der Gegenwartsliteratur von Frauen.
Dülmen-Hiddingsel: Tende Verlag 1987. Tb. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1989.
Das Buch präsentiert eine systematische Zusammenschau der Gegenwartsliteratur weiblicher Autoren und versteht sich als theoretische Intervention in die Debatten um ‘Frauenliteratur’ und ‘weibliches Schreiben’ am Übergang von der ‘Frauenforschung’ zur methodisch fundierten Kultur- und Genderforschung. Im Zentrum steht die Analyse spezifischer Schreibweisen, die aus dem doppelten Ort weiblicher Autorschaft resultieren: Schreibende Frauen nehmen an der herrschenden Sprache teil und sind zugleich als ‘anderes Geschlecht’ von der symbolischen Ordnung strukturell ausgeschlossen.
Zur Literatur und Kulturgeschichte in Ost und West (April 1989)
“Wen kümmert's wer spricht”. Zur Literatur und Kulturgeschichte von Frauen aus Ost und West. Hgg. v. I. Stephan, S. Weigel, K. Wilhelms). Köln: Böhlau 1991.
Der Band ist das Ergebnis eines Symposiums, das im April 1989 an der Universität Hamburg mit Wissenschaftlerinnen aus der DDR, BRD, CSSR und den USA stattfand.
Anne Duden und Sigrid Weigel im Gespräch über “Das Judasschaf”
Im Zusammenhang einer Gastprofessur von Anne Duden an der Universität Hamburg und einer gemeinsamen Vorlesung zum Thema “Gesetz und Tod. Beispiele aus Literatur, Theorie und Kunstgeschichte” entstand das Gespräch über Anne Dudens Roman Das Judasschaf (1985)
“Schrei und Körper. Zum Verhältnis von Bildern und Schrift. Ein Gespräch zwischen über Das Judasschaf”, in: Laokoon und kein Ende: Der Wettstreit der Künste, hgg. v. Thomas Koebner/ Gert Sautermeister. edition text und kritik 1989. pdf des Gesprächs:
Ulrike von Kleist (1774-1849). Lebens-Spuren hinter dem Bild der Dichter-Schwester
in: Schwestern berühmter Männer, hgg. v. L. Pusch. Frankfurt/M. 1985. S. 235-287.
In der Kleist-Forschung geistert das Bild der Halbschwester und Lieblingsschwester von Heinrich von Kleist herum, die drei Jahre älter war als er. Dieses Bild folgt dabei weitgehend ihrer Erscheinung in seinen Briefen. Der Aufsatz präsentiert – auf der Basis umfangreicher Recherchen und neuer Quellen – erstmals ein ausführliches Porträt von Ulrike von Kleist.
Das Geschlecht der Künste
Herausgegeben von Corina Caduff und Sigrid Weigel. Köln u.a.: Böhlau 1996.
Musen und Junggesellenmaschinen - Mythen vom Geschlecht der Künste. Vorwort von Sigrid Weigel
Allegorien und Geschlechterdifferenz
Hgg. v. Sigrid Schade, Monika Wagner und Sigrid Weigel. Köln: Böhlau Verlag, 1994.
Der Band untersucht die genderspezifischen Deutungsmuster allegorischer Darstellungen. In den drei Blöcken (1) Typen allegorischer Verkörperungen, (2) Dekonstruktion des allegorischen Textes/Körpers und (3) Allegorische Verfahren der Moderne werden Allegorien in ihrer historischen Situation, ihren politischen Verschiebungen und sozialen Zuweisungen untersucht. Leitmotiv ist die Frage, welcher abstrakte Begriff wird wie, warum, wann und zu welchem Zweck mit welchem Geschlecht ausgestattet. Dabei kommen methodische Ansätze wie Ikonographie und Motivforschung als auch Diskursanalyse und Psychoanalyse zum Zuge.
Jüdische Kultur und Weiblichkeit in der Moderne
Hgg. v. Inge Stephan, Sabine Schilling und Sigrid Weigel. Köln u.a.: Böhlau 1994.
Die Verbindungen und Überkreuzungen von jüdischer Kultur und Weiblichkeit nach dem Ende der Salonkultur und nach dem Verschwinden des damit verbundenen Topos einer "jüdisch-weiblichen Kultur" aus der Geschichtsschreibung bilden das Thema des Bandes. In Einzelstudien und zahlreichen Porträts jüdischer Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts werden die Spuren einer doppelt vergessenen Geschichte rekonstruiert: sowohl die Bilder und kulturellen Deutungsmuster, mit denen Jüdinnen sich konfrontiert sahen, als auch die kulturellen Orte und Lebensmuster, die ihnen zur Verfügung standen, und die philosophisch-literarischen Entwürfe, die aus diesen Konstellationen hervorgegangen sind.
Der schielende Blick. Thesen zur Geschichte weiblicher Schreibpraxis
in: Inge Stephan/ Sigrid Weigel: Die verborgene Frau. Sechs Beiträge zu einer feministischen Literaturwissenschaft. Berlin: Argument Verlag 1983, S. 83-137.
Nachdruck in: Aus dem Verborgenen zur Avantgarde. Ausgewählte Beiträge zur feministischen Literaturwissenschaft der 80er Jahre, hgg. v. H. Bontrup/ J. Ch. Metzler. Berlin: Argument Verlag 2000, S. 35-94.
Traducción al español: “La Mirada Bizca: Sobre la Historia de la Escritura de las Mujeres”, in: Estetica Feminista, ed. Gisela Ecker. Barcelona: Icaria 1986.
Vom gelehrten Frauenzimmer-Journal zum feministischen Journalismus
Sind das noch Damen? Vom gelehrten Frauenzimmer-Journal zum feministischen Journalismus. Hgg. v. Ruth-Esther Geiger und Sigrid Weigel. München: Frauenbuchverlag 1981.
Eine kommentierte Anthologie zur Genese einer Öffentlichkeit von Frauen entlang der (Vor-) Geschichte der journalistischen Frauenbewegung : mit Chroniken und ausgewählten Texten aus Journalen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.