Literatur als Voraussetzung der Kulturgeschichte: Schauplätze von Shakespeare bis Benjamin
Grundlage der Studien ist die Wahlverwandtschaft zwischen Literatur- und Kulturwissenschaft. Denn unser Wissen von der Kulturgeschichte, so die Ausgangsthese des Buches, entspringt der Lektüre. Deren an Texten entwickeltes Vermögen zur Entzifferung wird dabei auf die Signaturen anderer Hinterlassenschaften übertragen: neben dem Archiv schriftlich überlieferten Wissens auch auf bildliche und (ikono-) graphische Darstellungen, auf Topographien, Photos und Überreste: „Umkehr ist die Richtung des Studiums, die das Dasein in Schrift verwandelt“ (Walter Benjamin).
Ingeborg Bachmann: Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses
Die erste Gesamtdarstellung des Gesamtwerks von Ingeborg Bachmann jenseits von Mythen und Legenden. Das Buch stützt sich dabei nicht nur auf den zugänglichen Teil des Nachlasses, sondern auch auf Briefe und Notizen in den Nachlässen von Hannah Arendt, Peter Szondi, Wolfgang Hildesheimer und anderen. So wird Ingeborg Bachmann inmitten eines Netzes aus Beziehungen und Korrespondenzen sichtbar, die ein neues und überraschendes Licht auf ihr Leben und Werk werfen.
Nachmärz. Zum Ursprung der ästhetischen Moderne aus einer nachrevolutionären Situation.
Das Scheitern der Revolution 1848/49 zwang zu vielen Formen der Reaktion und Bewältigung: zum Abschwören alter Ideale und zur Suche nach "realitätstüchtigen" Programmen, zum beharrlichen Verfolgen der Emanzipation sowie zur Transponierung revolutionärer Impulse in die Kunst und Literatur.
“Und selbst im Kerker frei…!” Schreiben im Gefängnis
Das 1982 publizierte Buch legt erstmalig eine Geschichte der Gefängnisliteratur vor, die den Wandel der Gattung und des Selbstverständisses der Schreibenden vor dem Hintergrund der Geschichte der Internierung – vom Kerkersystem zum modernen Gefängnis – untersucht. Die historischen Stationen sind: 1. Kerkerliteratur auf der Stufe der Strafreform, 2. Politische und soziale Delinquenten im neuen Gefängnissystem, 3. Psychologische und politische Differenzierung des Besserungsvollzugs.
Flugschriftenliteratur 1848 in Berlin. Geschichte und Öffentlichkeit einer volkstümlichen Gattung.
Die Revolution von 1848 war ein politischer Lernprozess, der Hunderttausende einbezog und ihnen Möglichkeiten der politischen Partizipation eröffnete. Die vorliegende, auf der Sigrid Weigels Dissertation von 1977 basierende Studie untersucht die Flugschrift als jenes Medium, das diesen Lernprozess erst ermöglichte und die revolutionäre Öffentlichkeit konstituierte. Im Zentrum steht die Analyse der Berliner Flugschriftenliteratur als eigenständige literarisch-publizistische Gattung, deren Charakteristika, Funktionen und Öffentlichkeitsbezüge systematisch erschlossen werden.