Genea-Logik. Generation, Tradition und Evolution zwischen Kultur- und Naturwissenschaften.
München: Fink Verlag 2006
Die Konzepte und Praktiken des Erbes geben darüber Auskunft, in welcher Weise die Lebenden mit den vorausgegangenen und kommenden Generationen verbunden sind: durch Schrift oder Leib, Familie oder Gedächtnis, Hinterlassenschaften oder Gene. Dabei ist die kulturelle Überlieferung nicht unabhängig davon, ob sie im Zeichen von Tradition, Evolution oder etwa Genetik gedacht wird. Genea-Logik, die Rede über Überlieferung und Erbe, verbindet Literatur, Kunst, Philosophie und Wissenschaft.
Genealogie und Genetik. Schnittstellen zwischen Biologie und Kulturgeschichte
Die Wissenschaftsgeschichte der Genetik wirft nicht nur ethische Fragen auf, die den Umgang mit ihren Möglichkeiten und Techniken betreffen. Sie führt auch zu einschneidenden Veränderungen tradierter kultureller Konzepte. Diese aber sind bislang weitgehend im Schatten eines verfehlten Streites über ‚Vererbung versus Erziehung‘ geblieben, in dem bekannte Angst- und Wunschbilder einer genetischen Determination oder Steuerung menschlicher Attribute und Verhaltensweisen zirkulieren.
Mit Beiträgen von Henri Atlan, Caludia Castaneda, Charlie Davidson, Kilian Heck, Thomas Macho, Sigrid Weigel, Lee M. Silver, Stephanie A. Smith, Pat Spallone, Susan Squier.
Zur Lesbarkeit der Genetik
Anlässlich des Erscheinens von Michel Houllebecqs Roman Elementarteilchen 1998 (dt. 1999) erörtert der Artikel (mit Rückblick auf Goethes Wahlverwandtschaften) das Verhältnis von Literatur und Wissenschaft – einerseits literarische Zugänge zur Lebenswissenschaft, anderseits die Rolle von Metaphern für die Genetik – und verfolgt die Frage, ob die Gentechnologie das Ende der Science Fiction einläutet.
(Unimagazin der Universität Zürich, Nr. 2/2000)