Nachruf auf Hans Belting: Bildwissenschaftler avant la lettre

Hier die Sendung zum Nachhören:

“Der Kunsthistoriker und Medientheoretiker Hans Belting hat mit vielen Fachpublikationen für Aufsehen gesorgt: als Mann des Mittelalters, als Experte für byzantinische Kunst, als Autor zu Hieronymus Bosch bis hin zu den Phänomenen der Moderne. Am Dienstag wurde bekannt, dass der große Bilderklärer im Alter von 87 Jahren gestorben ist.

Hans Belting hat „im Grunde genommen an den Grundlagen der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft gesägt, indem er den Begriff der Kunst aus historischer Perspektive infrage gestellt hat“, sagt die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Sigrid Weigel über ihren verstorbenen Kollegen und Freund. „Das war der revolutionäre Schritt – und er war einfach auch immer offen für Neues“.

Kunstbegriff aus historischer Perspektive infrage gestellt

So gab er Anfang der 90er-Jahre seine Professur in München auf und ging nach Karlsruhe an die neu gegründete Hochschule für Gestaltung, die er wie das Zentrum für Kuns und Medien (ZKM) wesentlich mitprägte. Zu der Zeit war er bereits ein international renommierter Kunsthistoriker. Ein ungewöhnlicher Schritt.

Belting war seiner Zeit weit voraus, wie Weigel erklärt: Er hat in Deutschland die Bildwissenschaft mitentwickelt, mit dem entscheidenden Unterschied zur angloamerikanischen Version, dass er sie historisch fundiert hat. Dafür konnte er aus seiner unglaublichen Kenntnis der Geschichte von Bildern aus der Religions- und Kultgeschichte schöpfen. „Also anders als viele theoretische Diskurse, die im rein theoretischen Bereich bleiben, ist dieser Schritt bei ihm quellengesättigt“, sagt Weigel.”

Den ganzen Text zum Nachlesen finden Sie unter: Deutschlandfunk Kultur.

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WissensKünste. Das Wissen der Künste und die Kunst des Wissens/ The knowledge of the arts and the art of knowledge