Fünfzig Jahre danach. Zur Nachgeschichte des Nationalsozialismus
Hgg. von Birgit R. Erdle/ Sigrid Weigel. Zürich: vdf Hochschulverlag 1995
Für die "Insel Schweiz" blieben - oberflächlich betrachtet - die Ereignisse zwischen 1933 und 1945 ohne Folgen. Die Zeit von Krieg, Verfolgung und Vernichtung erscheint auch für das übrige Europa als abgeschlossene historische Periode: Begriffe wie "Neuanfang", "Vergangenheitsbewältigung" oder "Wiedergutmachung" zeugen davon. Der Zivilisationsbruch aber, der sich mit dem NS-Projekt der Judenvernichtung ereignete, bewirkt etwas Unabschliessbares, eine bleibende Virulenz dessen, “was nie hätte passieren dürfen” (H. Arendt).
Darin S. Weigel,. “Shylocks Wiederkehr. Die Verwandlung von Schuld in Schulden oder: Zum symbolischen Tausch der Wiedergutmachung”.
Die Spur von Scham, Schuld und Schulden. Vergangenheitspolitik und -rhetorik im intergenerationellen Gedächtnis seit 1945
in: Bonds. Schuld, Schulden und andere Verbindlichkeiten. Hgg. v. Thomas Macho und Valeska Neumann. München: Fink 2014.
Der Aufsatz schließt an die Thesen zur „Verwandlung von Schuld in Schulden“ in dem Beitrag „Shylocks Wiederkehr“ im Band 50 Jahre danach (1995) an. Ausgehend von einem ‚Bond of shame‘ zwischen den Generationen der deutschen Nachkriegsgeschichte untersucht der Beitrag unterschiedliche Konstellationen im Zusammenwirken von Schuld und Schulden in der Nachgeschichte von Krieg und Holocaust: (1) Die Schuld(en)buchführung der Nachkriegszeit, (2) Vom unmöglichen Tausch der „Wiedergutmachung“, (3) 1968 und 1985 – von der Unreinheit des Geldes, (4) Generationenvertrag und Schuld der Schulden, (5) Die Wiederkehr der Schuld in der Schuldenkrise.
Die Hollywoodisierung der Vergangenheit
Interview mit Andreas Isenschmid und Hans-Peter von Däniken, in:Tages-Anzeiger, 8.4.1998