Gedächtnis, Geld und Gesetz. Zum Umgang mit der Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges

Mit den Begriffen Gedächtnis, Geld und Gesetz wird die Diskussion um das Verhalten der Schweiz im Zweiten Weltkrieg in einen größeren historischen und theoretischen Zusammenhang gestellt. In den hektischen Wendungen der öffentlichen Auseinandersetzung wird oft vergessen, wie sehr das Geld beziehungsweise die Geldmetaphorik Geschichtsbilder dominiert und wie stark die sogenannte Vergangenheitsbewältigung in den Sog der Verrechtlichung geraten ist. Der Sammelband stellt diese Vorgänge zur Diskussion. Er geht auf die national unterschiedlichen Pathosformeln und Mythenbildungen ein, die sich im Umgang mit unabgeschlossener Geschichte zeigen und die der Gedenkpolitik ihr Gepräge geben. Die Funktion von Recht und Geld in bezug auf Krieg, Nationalsozialismus und Shoah steht dabei ebenso zur Debatte wie Verlaufsformen, Kontinuitäten und Brüche in der rechtlichen, ökonomischen und kulturellen Aufarbeitung der Vergangenheit.

Die Publikation greift eine Reihe von Streitfragen auf, in denen sich die Verunsicherung manifestiert, und analysiert sie aus der Perspektive verschiedener Wissenschaftsdisziplinen. Dabei geht es immer auch um die grundsätzliche Bedeutung von Vergangenheit für die Gegenwart und für Entwürfe der Zukunft.

Mit Beiträgen von Michael Böhler, Dan Diner, Birgit R. Erdle, Norbert Frei, Saul Friedländer, Raphael Gross, Werner Konitzer, Peter Hug, Jaques Picard, Jakob Tanner, Daniel Thürer, Sigrid Weigel, Daniel Wildmann, Michael Wildt.

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Fünfzig Jahre danach. Zur Nachgeschichte des Nationalsozialismus

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Streit um die Forderungen Griechenlands. Schuld und Schulden