Topographien der Geschlechter. Kulturgeschichtliche Studien zur Literatur.

Das 1990 erschienene Buch entwickelt theoretische Grundlagen zu den Gender Studies in der Literatur- und Kulturwissenschaft, die in den 1980er Jahren an deutschen Universitäten ihr Profil gewannen. Anhand von Fallstudien wird das Verhältnis von Geschlecht, literarischer Repräsentation und Topographie in der europäischen Kulturgeschichte untersucht, dies insbesondere im Blick auf die Position der kulturell und sexuell markierten ‘Anderen’. Darin spielt die geschlechtsspezifische Codierung von Topographien, wie sie in den Diskursen und Bildern von Stadt und Wildnis kenntlich werden, eine zentrale Rolle. Die Stadt erfährt eine Sexualisierung über die Analogisierung von urbanem Raum und weiblichem Körper, exemplarisch im Topos der Hure Babylon. Die Natur und Landschaft werden in kolonialen und hegemonialen Narrativen als zu beherrschendes, zu kartierendes und zu eroberndes Territorium dargestellt, das dem männlichen Blick und der Rationalität unterwerfen werden müssen. Damit geht es im Kern um die Ordnung und Topographie der Geschlechter in der Dialektik der Aufklärung. Neun exemplarischen Studien thematisieren literarische Geschlechterverhältnisse im Zusammenhang von Verfahrensweisen der Zivilisationsarbeit, Verkörperung und Kolonisierung. Die Konstellationen der Darstellung sind: 1. Schrift -Körper, 2. Wildnis - Stadt, 3. Literaturwissenschaft.

Honoré de Balzac, Hans Bellmer, Walter Benjamin, Georg Büchner, Italo Calvino, Denis Didero, Friedrich Hölderlin, Ernst Jünger, Heiner Müller, Christine de Pizan, J.-J. Rousseau, Ginka Steinwachs, Unica Zürn.

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Text und Topographie der Stadt. Symbole, religiöse Rituale und Kulturtechniken in der europäischen Stadtgeschichte