Susan Taubes, Schriften, hgg. v. Sigrid Weigel

Susan Taubes, Schriften, hgg. von Sigrid Weigel. München: Wilhelm Fink

Bd. 1.1.:Die 128 in ihren Originalsprachen Englisch und Deutsch abgedruckten Briefe entstanden innerhalb eines halben Jahres. In dieser Zeit lebten die Philosophiestudentin Susan und der angehende Research Fellow Jacob räumlich voneinander getrennt: in New York und Jerusalem. Neben Privatem werden in den Briefen Fragen nach der Heideggerschen und Hegelschen Philosophie, Gnosis und Kabbala, sowie Judentum und Christentum thematisiert, eng verknüpft mit der Auseinandersetzung um das Verhältnis von jüdischem Exil und deutscher Philosophie nach 1945. Die Briefe bieten zudem Einblicke in die intellektuellen und kulturellen Netzwerke der 50er Jahre in den USA und in Israel, die exemplarisch für die intellektuelle Geschichte von Kriegs- und Nachkriegszeit sind.

Bd. 1.2.: Die 141 in ihren Originalsprachen Englisch und Deutsch abgedruckten Briefe aus dem Jahr 1952 sind die Fortsetzung der in Bd. 1,1 vorgelegten Korrespondenz zwischen dem Ehepaar Susan und Jacob Taubes der Jahre 1950 und 1951. 1952 leben die Philosophiestudentin und der Religionsphilosoph räumlich voneinander getrennt: Susan verbringt ein Studiensemester an der Pariser Sorbonne, während Jacob an der Jerusalemer Hebrew University lehrt. Die Briefe dokumentieren, wie das persönliche und intellektuelle Profil der 24-Jährigen aus der Abgrenzung von den Positionen ihres Ehemannes an Kontur gewinnt. Geht es im ersten Band um die kulturellen und intellektuellen Szenen in New York und Jerusalem, erzählen die in Band 1,2 versammelten Briefe von der intellektuellen und künstlerischen Avantgarde in Paris. Sie berichten von persönlichen Begegnungen u. a. mit Emmanuel Lévinas, Hannah Arendt, Albert Camus und Marc Chagall. Zugleich zeugen sie von einer Radikalisierung der Auseinandersetzungen zwischen dem Ehepaar. Dreh- und Angelpunkt ist ihr je unterschiedliches Verhältnis zum Judentum sowie zur Verbindung von Religion und Politik. Schauplatz ist der gerade gegründete Staat Israel. Zudem kündigt sich ein Schwerpunktwechsel in Susan Taubes Denken an: Ihr frühes Interesse an der Frage nach theologischen Elementen in Heideggers Denken wird zunehmend von einer Faszination für die Philosophin und Mystikerin Simone Weil abgelöst, über die sie später in Harvard ihre Dissertation schreiben wird.

Bd. 2: Der Band enthält die Erstveröffentlichung von Susan Taubes Dissertation über Simone Weil in deutscher Übersetzung, ihre in den 1950 Jahre veröffentlichten Aufsätze zur (Religions-) Philosophie und das Register ihres Nachlasses.

Bd. 3: Der Band versammelt zehn Erzählungen von Susan Taubes, von denen die meisten hier erstmals publiziert werden, und den Fragment gebliebenen Roman “Klage um Julia”

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Ingeborg Bachmann: Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses

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Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Poetische Korrespondenzen