Ingeborg Bachmann: Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses
»Ein ganz neues Bild von Ingeborg Bachmann« Die Weltwoche
»Abstand, oder ich morde! Haltet Abstand von mir!« ruft der Erzähler in Ingeborg Bachmanns Werk ›Das dreißigste Jahr‹. Und diesen Abstand verlangte die Dichterin auch für sich, was zu vielerlei Spekulationen über ihre Person und ihr Schaffen führte.
Eine intellektuelle Biographie in Korrespondenzen: In Ingeborg Bachmann: Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses liegt eine umfassende Gesamtdarstellung der intellektuellen Biographie und des Werks von Ingeborg Bachmann jenseits von Mythen und Legenden vor. Das Buch stützt sich dabei nicht nur auf den zugänglichen Teil des Nachlasses, sondern erschließt erstmals auch Briefe und Notizen aus den Nachlässen von Hannah Arendt, Peter Szondi, Wolfgang Hildesheimer und anderen. So wird eine engagierte Intellektuelle inmitten eines Netzes aus Beziehungen und Korrespondenzen sichtbar, die ein neues und überraschendes Licht auf ihr Leben und Werk werfen. Die Entwicklung von Bachmanns Schreibweise – eine Poetik der Polyphonie, Topographie und Intertextualität – wird entlang ihrer Auseinandersetzung mit Philosophie, Musik, Klassikern der europäischen Literaturgeschichte und Moderne, mit dem Gedächtnis und den Traumata in der Nachgeschichte des NS entwickelt. Statt der bekannten Referenzen zu Heidegger und Wittgenstein werden Affinitäten zur Kunst- und Geschichtsphilosophie Benjamins und zur Kritischen Theorie herausgearbeitet. Ein besonderes Kapitel widmet sich der poetischen Korrespondenz mit der Dichtung von Paul Celan und Bachmanns Dialog mit jüdischen Intellektuellen.