Forschungspolitik / Jenseits der ‘zwei Kulturen’

Die Profilierung des kulturwissenschaftlichen Forschungsprogramms für das Zentrums für Literatur-und Kulturforschung während der Jahre 1999 bis 2015 galt u.a. dem Engagement für transdisziplinäre Forschung jenseits der „Zwei Kulturen“ und der Entwicklung philologisch-kulturwissenschaftlicher Methoden für die Wissenschaftsforschung. Angesichts der Tatsache, dass Lehre und Forschung in den Naturwissenschaften die Genese ihrer Begriffe und Instrumentarien weitgehend ausblenden, bedarf es einer historisch-begrifflichen Tiefenanalyse wissenschaftlicher Konzepte, Technologien und Bilder der gegenwärtigen Leitwissenschaften (wie Neurobiologie, Genetik, Evolutionstheorie, Emotionsforschung, Informatik u.a.) Im Zusammenhang des bio-technischen und neuro-biologischen Wandels der Lebenswissenschaften und der forcierten Spezialisierung und Digitalisierung der empirischen Forschung fehlen fielen Forschern, mehr noch den Anwendern neuerer Forschungsresultate und tools, Kenntnis und Bewußtsein über die größeren Zusammenhänge, in denen ihre Arbeit steht.

Sigrid Weigel Sigrid Weigel

'Fülle der combination': Literaturforschung und Wissenschaftsgeschichte

Herausgegeben von von Bernhard J. Dotzler und Sigrid Weigel. München: Fink 2005

Unter den Selbstbeschreibungsversuchen der Gegenwart hat ihre Definition als Wissenskultur zunehmend an Plausibilität gewonnen. Damit einhergehend erlangen Fragen der Wissenschaftsforschung ein neues Gewicht, während diese sich ihrerseits zu einer Kulturgeschichte des Wissens und der Wissenschaften öffnet.

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