'Fülle der combination': Literaturforschung und Wissenschaftsgeschichte
Herausgegeben von von Bernhard J. Dotzler und Sigrid Weigel
Unter den kulturellen Selbstbeschreibungsversuchen der Gegenwart hat ihre Definition als Wissenskultur zunehmend an Plausibilität gewonnen. Damit einhergehend erlangen Fragen der Wissenschaftsforschung ein neues Gewicht, während diese sich ihrerseits zu einer Kulturgeschichte des Wissens und der Wissenschaften öffnet. Damit werden Konzepte, die – wie 'Repräsentation', 'Text', 'Metapher' – dem Bereich der literary studies entstammen, für die science studies produktiv. Insofern wächst der Literaturforschung mit ihren Methoden der Philologie, Rhetorik-Forschung, Metaphorologie und Diskursanalyse eine neue Rolle als Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Wissenskultur(en) zu. Wenn bereits Jacob Grimm bemerkte, es stünden 'die philologen und historiker an fülle der combination den gewandtesten naturforschern nicht eben nach', so gilt dies heute um so mehr.