Gershom Scholem: Poetica. Schriften zur Literatur, Übersetzungen und Gedichte

Herausgegeben und kommentiert von Herbert Kopp-Oberstebrink, Hannah Markus, Martin Treml und Sigrid Weigel. Berlin: Suhrkamp 2019.

Gershom Scholems Name steht über die Grenzen der Jüdischen Studien hinaus für die Geschichte der jüdischen Mystik, der Kabbala und des jüdischen Messianismus. Weniger bekannt ist, dass er zeitlebens mit philologischen, poetologischen und sprachtheoretischen Fragen befasst war und selbst zahlreiche Gedichte geschrieben hat. Die Edition zeigt diese literarische Seite des bekannten Religionswissenschaftlers: Übersetzung der Klagelieder, anderer biblischer Texte sowie der Poesie und Prosa der religiösen Überlieferung, aber auch Essays zu einzelnen Autoren. Die Edition gibt erstmals umfassend und systematisch Einblick in die Arbeit des Literaten und Übersetzers, des Intellektuellen und Kritikers, indem sie Scholems Poetica in sechs Abteilungen versammelt und die einzelnen Texte ausführlich kommentiert. 

Gerschom Scholem erscheint hier als engagierter Intellektueller Israels, der sich in zeitgenössische Debatten um Autoren im Lande und um in der Diaspora einschaltete und intervenierte, und dies ebenso analytisch wie aufgeregt.

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“Jüdisches Denken in einer Welt ohne Gott”. Stéphane Mosès Beitrag zur Kulturwissenschaft

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Literatur als Voraussetzung der Kulturgeschichte: Schauplätze von Shakespeare bis Benjamin