Genea-Logik. Generation, Tradition und Evolution zwischen Kultur- und Naturwissenschaften.
München: Fink Verlag 2006
Die Konzepte und Praktiken des Erbes geben darüber Auskunft, in welcher Weise die Lebenden mit den vorausgegangenen und kommenden Generationen verbunden sind: durch Schrift oder Leib, Familie oder Gedächtnis, Hinterlassenschaften oder Gene. Dabei ist die kulturelle Überlieferung nicht unabhängig davon, ob sie im Zeichen von Tradition, Evolution oder etwa Genetik gedacht wird. Genea-Logik, die Rede über Überlieferung und Erbe, verbindet Literatur, Kunst, Philosophie und Wissenschaft.
Generation. Zur Genealogie des Konzepts – Konzepte von Genealogie
Die gegenwärtige Konjunktur des Generationenbegriffs reicht von der Literatur über die Soziologie, Psychoanalyse, Geschichtsschreibung und Wissenschaftsgeschichte bis ins Feuilleton und die Produktwerbung. 'Generation' versteht sich als kulturelles Deutungsmuster, das sowohl eine Einheit von Erfahrungen und Eigenschaften faßt als auch den zeitlichen Abstand und die Merkmalsunterschiede zu vorausgegangenen Generationen definiert.
Genealogie und Genetik. Schnittstellen zwischen Biologie und Kulturgeschichte
Die Wissenschaftsgeschichte der Genetik wirft nicht nur ethische Fragen auf, die den Umgang mit ihren Möglichkeiten und Techniken betreffen. Sie führt auch zu einschneidenden Veränderungen tradierter kultureller Konzepte. Diese aber sind bislang weitgehend im Schatten eines verfehlten Streites über ‚Vererbung versus Erziehung‘ geblieben, in dem bekannte Angst- und Wunschbilder einer genetischen Determination oder Steuerung menschlicher Attribute und Verhaltensweisen zirkulieren.
Mit Beiträgen von Henri Atlan, Caludia Castaneda, Charlie Davidson, Kilian Heck, Thomas Macho, Sigrid Weigel, Lee M. Silver, Stephanie A. Smith, Pat Spallone, Susan Squier.
Zur Konjunktur der ‘Generation’ – zwischen Genealogie und Kohorte
(in: Generation übermorgen. In: TU Forschung aktuell 2004)
Vor dem Hintergrund des aktuellen Generationen-Diskurses, in dem es um die Identität von Jahrgangsgruppen geht, erinnert der Beitrag die Geschichte des Konzepts mit seiner Polarisierung zwischen Abfolge/ Genealogie und Gleichzeitigkeit von Erfahrungen/ Habitus.