Vom Mitgefühl
Festvortrag beim Jahrestag der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2022
Vortrag in der Reihe Politische Emotionen des Warburg-Hauses Hamburg 2018
Ausgehend vom Massenmord Breiviks an Jugendlichen in Oslo 2011, dem Phänomen der Dehumanisierung einerseits und dem Ausdruck von Mitgefühl in der öffentlichen Trauerkultur verfolgt der Beitrag die Frage von Entstehung und Verlernen des Mitgefühls. Diskutiert werden die Grenzen der Philosophie des Mitgefühls, Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und methodische Perspektiven einer Kulturgeschichte von Pathosformeln.
Public Crying. Zur Wiederkehr öffentlicher Trauer auf den Straßen Europäischer Städte
in: Interkulturelle Schauplätze in der Großstadt, hgg. v. K. Kashiwagi-Wetzel/ Michael Wetzel. Paderborn: Fink 2015.
Der Aufsatz beschreibt die Entstehung einer jüngeren Rituals gemeinsamen Trauerns im öffentlichen Raum anläßlich von Massentötungen (wie bei Amokläufen, Terroranschlägen u.a.) in den letzten Jahrzehnten. Dabei werden Tatorte durch eine Gemeinschaft spontan in Trauerorte verwandelt. .Während Tod und Trauer im Zuge der Säkularisierung zunehmend aus der Öffentlichkeit verschwunden waren Bestattungen professionalisiert wurden, sind Szenarien des ‘public crying’ zuletzt zu einem regulären Ritual geworden, eine Art performativer Kultur off-stage.