Sigrid Weigel Sigrid Weigel

‘Shylock und das “Motiv der Kästchenwahl”. Zur Differenz von Gabe, Tausch und Konversion im “Kaufmann von Venedig”

Im Anschluss an verschiedene Deutungsmuster zu Shakespeares Kaufmann von Venedig, wie mythologisch-anthropologische Interpretationen und das ethnologisch-feministische Paradigma des Frauentausches, deutet der Beitrag das Stück im Hinblick auf die Probleme, die den Tauschgesetzen der allgemeinen Zirkulation eingeschrieben sind. Vor dem Hintergrund theoretischer Überlegungen zur Differenz von Tausch und Gabe und zur Logik der Konversion wird die Gerichts-Szene zur Schlüssel-Szene des Stücks, in der die inhärenten Ungleichzeitigkeiten der Tauschgesetze virulent werden. Wo die Travestie der Frau und die unmögliche Konversion von Geld und Leib aufeinandertreffen, brechen die Gesetze des (symbolischen) Vaters und der allgemeinen Zirkulation gleichermaßen ein.

(in S. W., Literatur als Voraussetzung der Kulturgeschichte. Schauplätze von Shakespeare bis Benjamin. München: Fink 2004, S. 63-85.)

pdf des Aufsatzes aus:: Literatur und Kulturwissenschaft. Hg. v. H. Böhme/ K. Scherpe. Reinbek bei Hamburg 1996:

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