Das Gesicht. Bilder, Medien, Formate
Als wohl aussagekräftigster Teil des menschlichen Körpers wird vom Gesicht (oft allzu rasch) auf den ganzen Menschen geschlossen: auf Persönlichkeit, Charakter und seine Stimmung ebenso, wie auf Alter, Geschlecht, Ethnie und soziale Zugehörigkeit. Im Mienenspiel »lesen« wir die emotionale Verfassung und Haltung des Gegenüber: ohne face-to-face keine Kommunikation, die wir bereits als Kleinkinder durch das mimische Hin und Her erlernen. Und doch bleiben uns manche Gesichtszüge rätselhaft.
Begleitbuch zur Ausstellung im DHMD 2017
Gesichter. Kulturgeschichtliche Szenen aus der Arbeit am Bildnis des Menschen
Hgg. v. Sigrid Weigel. München: Fink Verlag 2013
Während das Gesicht gern als natürlicher Ausdruck von Persönlichkeit und Charakter betrachtet wird, sind uns die Gesichter der nicht mehr Lebenden nur als Artefakte bekannt: als Produkte handwerklicher, künstlerischer, poetischer, medialer, technischer Verfahren. Ob Antlitz oder Mimik: Das Gesicht ist ein Bedeutungsfeld, auf dem die Spannung der menschlichen Gestalt - zwischen Kreatürlichkeit und Gottähnlichkeit, Erhabenheit und Infamie, Starre und Bewegung - ausgetragen wird.
Videos und Radiobeiträge
Das Gesicht. Eine Spurensuche
Unter dem Titel DAS GESICHT. EINE SPURENSUCHE zeigte das Deutsche Hygiene Museum vom 19. Aug 2017 bis zum 25. Februar 2018 die von Sigrid Weigel konzipierte Sonderausstellung mit Objekten aus Kunst, Kulturgeschichte und Wissenschaft, die dem Gesicht und seinen Bedeutungen nachgehen. Der Kurzbeitrag im Video gibt einen Überblick über die Inhalte und das Konzept der Ausstellung.