Forschungspolitik / Jenseits der ‘zwei Kulturen’

Die Profilierung des kulturwissenschaftlichen Forschungsprogramms für das Zentrums für Literatur-und Kulturforschung während der Jahre 1999 bis 2015 galt u.a. dem Engagement für transdisziplinäre Forschung jenseits der „Zwei Kulturen“ und der Entwicklung philologisch-kulturwissenschaftlicher Methoden für die Wissenschaftsforschung. Angesichts der Tatsache, dass Lehre und Forschung in den Naturwissenschaften die Genese ihrer Begriffe und Instrumentarien weitgehend ausblenden, bedarf es einer historisch-begrifflichen Tiefenanalyse wissenschaftlicher Konzepte, Technologien und Bilder der gegenwärtigen Leitwissenschaften (wie Neurobiologie, Genetik, Evolutionstheorie, Emotionsforschung, Informatik u.a.) Im Zusammenhang des bio-technischen und neuro-biologischen Wandels der Lebenswissenschaften und der forcierten Spezialisierung und Digitalisierung der empirischen Forschung fehlen fielen Forschern, mehr noch den Anwendern neuerer Forschungsresultate und tools, Kenntnis und Bewußtsein über die größeren Zusammenhänge, in denen ihre Arbeit steht.

Sigrid Weigel Sigrid Weigel

Vom Problemfall zum Modellfall - ein wissenschaftspolitisches Lehrstück

25 Jahre GWZ (Geisteswissenschaftliche Zentren) Berlin 1996 - 2021

Als langjährige Vorsitzende der GWZ beschreibt Sigrid Weigel die lange Gründungsgeschichte der Zentren als internationale, kulturwissenschaftliche Forschungszentren zur Förderung “interdisziplinärer, kooperativer und projektorientierter Forschung (Wissenschaftsrat) in den 1990er Jahren, deren erste erfolgreiche Förderphase (DFG) zur Empfehlung der Verstetigung durch den Wissenschaftsrat führte. Das BMBF übernahm die Förderung für weitere 12 Jahre und entwickelte zugleich nach dem Modell der GWZ die Gründung der Käthe-Hamburger-Kollegs.

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